Plätzchen
Eine Kurzgeschichte von Celina Zipprian, 7b
Vorwort: Heute in 7 Monaten stecken wir schon wieder mitten in der Weihnachtszeit. Macht es euch also mit uns und einem Kakao vor dem Kamin gemütlich und lest euch in diese Geschichte ein. Sie entstand im Dezember 2025 am Graf-Stauffenberg-Gymnasium im Rahmen des Deutschunterrichts bei Frau Alberti.
„Nein!“, meine Mutter seufzt. Sie streckt mir den Plätzchenteller hin. „Geh!“
„Nein!“, wiederhole ich. Die blöden Kommentare von meinem großen Bruder ignoriere ich.
„Ich werde es nicht machen!“, sage ich und gehe hoch in mein Zimmer. Nun höre ich meine Mutter, wie sie leise zu meinem Bruder spricht.
„Kannst du die Plätzchen dann an Herrn Krunze überbringen?“
„Wenn Ella immer noch so eine Schisserin ist, ja!“
Ich sprinte runter.
„Ich gehe!“, schreie ich und reiße den Plätzchenteller aus den Händen meines Bruders. Völlig von dieser Situation verwundert, öffne ich die Haustür und gehe auf die Straße.
Was habe ich nur gemacht? Ich bekomme bei fremden Leuten doch immer kein Wort heraus, wie in der Schule, wo ich die Lehrer nur anschaue und krächze und nicht, weil ich die Antwort nicht weiß. Meine Hände zittern, als ich vor Herrn Krunzes Haus stehe. Ich denke an sein unheimliches Gesicht, ungewaschen, schrumpelig und die Haare, die nur noch aus ein paar grauen Strähnen bestehen. Langsam hebe ich meine Hand zur Klingel.
Ding! Dong!
Die Tür geht auf und Herr Krunze erscheint. Was soll ich sagen? Was soll ich tun? Ich merke, wie mein Gehirn sich abschaltet.
„Das sind aber tolle Plätzchen! Hast du die selber gemacht?“
„J … ja … mit … Mama … für … Sie“
Ich rede nicht mal in ganzen Sätzen. Beschämt schaue ich auf den Boden.
„Oh! Wie lieb von dir, dass du sie mir übergibst. Warte kurz!“
Herr Krunze verschwindet im Dunkeln seines Hauses. Während er weg ist, denke ich über die Situation nach. Eigentlich war es gar nicht so schlimm. Ich habe mich geirrt, zwar sieht er etwas einschüchternd aus, aber er ist eigentlich ganz nett.
Langsam schaue ich ins Haus und sehe, wie er zurückkommt. Er streckt mir eine Schokoladentafel hin. „Für dich!“
„Danke!“ Dieses Mal sage ich es selbstbewusster und übergebe ihm die Plätzchen. Ich grinse in mich hinein und male mir das verdutzte Gesicht meines Bruders aus. Werde ich in Zukunft immer so mutig sein?


